FREIE UNIVERSITÄT
Institut für Philosophie
SEMINAR
WS 2009-2010 

Wahrnehmung und Einbildung bei Sartre und Merleau-Ponty

 

(2 SWS); Mo 16.00-18.00
Rost- / Silberlaube Habelschwerdter Allee 45
KL 29/208 (Übungsraum)

'Marc Bloch Seminar'
WS 2007-2008 

am Kulturwissenschaftlichen Institut
der Humboldt Universität
Doz.: Jean Clam (Centre Marc Bloch, Berlin)
Do. 18-20 Uhr
Sophienstr. 22-22a.
10178 Berlin

 

Libertinismus im XVIII. Jh.
Zu einer Figur des Gefühls und des Begehrens. 

Argument:
Das höfische Frankreich des XVIII. Jh. bringt eine Erscheinung hervor, die, gemessen an den bisherigen Kulturen der Liebe, einzigartig ist: den Libertinismus (frz.. libertinage). Dieser verdichtet sich gesellschaftlich in einer männlichen Figur, der des "libertin". Literarisch findet er Ausdruck in einer Gattung, der der libertinen Erzählung (als Roman oder Novelle).

Das Seminar will beiden Erscheinungen, der gesellschaftlichen und literarischen, nachgehen. Es geht zunächst um Eingrenzung und Erfassung des Phänomens, um seine Entstehungsbedingungen und seine Karriere durch das ganze Jahrhundert hindurch (von der Régence – 1715 – bis zur frz. Revolution). Dann soll seine Koexistenz mit einer ihm entgegensetzten Kultur des Liebesgefühls, die für ihn letztlich die Rahmensemantik bildet, hinterfragt werden – die Frage würde lauten: 'Rousseau mit Sade'. Abschließend sollen Bestandteile des Libertinismus identifiziert werden, die sich von dieser seiner historischen Erscheinung ablösen lassen, und die man in anderen, für andere Liebes- oder Genusskulturen charakteristische Begehrensfiguren wieder findet.

Die Veranstaltung ist eine Übung, die zum theoretischen Umgang mit Kulturphänomenen anleiten soll. Ausgehend von einem historischen Fakt der Kultur, gilt es eine Vielfalt von wissenschaftlichen, literarischen, konjekturalen (psychoanalytischen) Beobachtungsweisen zu mobilisieren, um es zu Resonanz zu bringen und aus ihm Sinn zu machen.